Rauchen ist lebensgefährlich!
Vortrag der Thoraxklinik Heidelberg in unserer Mittelschule
Zwei Referenten, die eigens aus der Heidelberger Thoraxklinik anreisten, hielten am Valentinstag einen bewegenden Vortrag über die Gefahren und Folgen des Rauchens vor den Schülern der siebten bis neunten Jahrgangsstufe unserer Mittelschule.Herr Priebe, ein 49-jähriger betroffener Patient, schilderte den Schülern seinen jahrelangen Überlebenskampf. Mit 13 Jahren fing er, wie viele Jugendliche in diesem Alter auch, an zu rauchen. Im Alter von 41 Jahren bekam er die niederschmetternde Diagnose Kehlkopfkrebs, die sein weiteres Leben grundlegend veränderte. Nichts war mehr so wie vorher, sein Leidensweg begann unaufhaltsam.
Herrn Priebe wurde der Kehlkopf mit Stimmbändern und Halslymphen in einer langen Operation entfernt. Anschließend folgte auch noch eine langwierige Strahlentherapie. Als einer der weniger Patienten überhaupt erlernte er die Fähigkeit des „Bauchredens“, um sich seiner Umwelt mitteilen zu können. Mit viel Glück blieb ein Teil seines Geschmacksinns erhalten, was nicht bei vielen Betroffenen der Fall ist. Herr Priebe trägt zum Schutz ein Halstuch, da er durch eine Öffnung am Hals ein- und ausatmet. Seine Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt und nur mit viel Glück ist er überhaupt noch am Leben. Aufgrund seines Schicksals möchte er die Schüler wachrütteln und vom Rauchen abhalten. Darum fährt er seit drei Jahren zu den Schulen.
Der Co-Referent, Herr Ehmann (Pflegepädagoge), nannte einige erschütternde Fakten zum Thema Rauchen. Jeden Tag sterben 383 Menschen an den Folgen des Rauchens allein in Deutschland, das ist in etwa die Anzahl der Sitzplätze in einem Jumbojet. Im Jahr ist das die unglaubliche Zahl von 140 000 Toten nur allein durch das Rauchen in Deutschland. Durch das Passivrauchen sterben etwa 4000 Menschen im Jahr. Stellt man, statistisch gesehen, zwei Raucher nebeneinander, wird einer von ihnen mit Sicherheit an den Folgen des Rauchens vorzeitig sterben.
Herr Ehmann zeigte den Schülern und Lehrern auch eine aufklärende Live-Video-Aufzeichnung einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) in einer mit Krebs befallenen Lunge. Bei solchen Bildern ist es sehr schwer „cool“ zu bleiben und die Folgen des Rauchens zu ignorieren.
Wie kam es überhaupt zu diesem hoch spannenden Vortrag an unserer Schule?
Der Suchtpräventionsbeauftragte unserer Schule, Herr Norbert Keller, erfuhr von Herrn Thomas Steger (Suchtpräventionsbeauftragter des Landkreises), dass die Thoraxklinik solche Vorträge anbietet. Daraufhin nahm er Kontakt mit Herrn Schmid vom Schulamt in Miltenberg auf, der sich sehr dafür einsetzte, dass wir diesen Vortrag auch an unsere Schule hören durften.
Alle Schüler und Lehrer waren äußerst beeindruckt von den Schilderungen des Patienten und von den knallharten Fakten über das Rauchen.
Hoffentlich nehmen sich viele Schüler (und auch Lehrer!) den Vortrag zu Herzen, damit sich der Einsatz der Referenten lohnt.

Herr Priebe (Mitte)
Die Veranstaltung wurde vom Rotary-Club Obernburg im Rahmen der Aktion "Be smart - don't start" finanziert. Wir danken recht herzlich dem Präsidenten Bruno Bachmann für dieses Engagement.




